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Pink Pearls Magazine Ausgaben Nr. 2

präsentiert die Europäische Lesbenszene

Ich folge ganz einfach dem Licht'

Tzeli Hadjidimitriou (48) ist eine griechische Fotografin, die auf der griechischen Insel Lesbos aufwuchs. Ihre Leidenschaft hat sie durch ihr Leben geführt.

“Ich bin auf Lesbos geboren, in einem kleinen Dorf, wo meine Eltern Lehrer waren.  Ich war ein schwieriges Kind; sehr lebendig, aber mehr an der Natur interessiert als an den Menschen.   Ich liebte es auch, mich in der Bibliothek meines Vaters zu verstecken. So lernte ich in jungen Jahren ausländische Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski, Stefan Zweig, Françoise Sagan und andere kennen.”
“In dieser Zeit und in den ersten Jahren der höheren Schule, wir waren inzwischen in die Hauptstadt Mytilene umgezogen, verliebte ich mich immer nur in Jungs. Niemand in meiner Umgebung, sei es nun die Familie oder die Schule, hatte jemals über Homosexualität gesprochen. Gedichte von Sappho bekamen wir auch nicht zu lesen. Das war einfach keine Option im Leben, zumindest nicht für uns.”

 Entdeckung
 

Erst Jahre später, im dem Sommerlager in Eressos, entdeckte ich, dass ich mich von Frauen sexuell angezogen fühlte. In dieser Zeit gab es dort 3 Tavernen und wir schliefen am Strand. Wir waren nicht mehr als 8 Mädchen, alle sehr schüchtern. Ich werde es niemals vergessen: der Blick, den mir eine von ihnen zuwarf, als ich am ersten Morgen mein Zelt öffnete. So intensiv, neugierig, freundlich…, und auf einmal wusste ich, dass ich nicht heiraten und Kinder bekommen würde. Alles was ich wollte, war meine Klassenkameradin zu küssen. Diejenige, mit der ich The Doors hörte und am wilden Wintermeer entlang lief.”
“Aber es war nicht einfach, in den 80-iger Jahren Lesbe auf Lesbos zu sein. Im sexuellen des Wortes - alle Frauen dieser waren natürlich lesbisch, wie in: von Lesbos stammend. Lesben, Homos, die waren einfach abnormal!”
 

Leidenschaft

“Als ich noch in dem Dorf wohnte, hatte ich kein besonders reiches Sozialleben.  Aber das gab mir Gelegenheit und Zeit, mehr von meinem Gefühlsleben zu begreifen. Als ich 12 Jahre alt war, bekam ich von meinem Opa eine kleine, automatische Kamera. Das veränderte alles. Von dem Moment an sah ich das Leben durch die Linse der Kamera und das war dann meine Wirklichkeit. Völlig besessen vom Licht, folgte ich ihm überall hin: in alte Häuser, auf das Meer, in Ruinen, auf Steine. Ich gab viele Bücher heraus, hatte Ausstellungen in Europa und arbeitete mit verschiedenen Reisezeitschriften zusammen. Ich wollte meine Geschichten über das Licht mit anderen teilen. Die Momente, die ich mit der Kamera eingefroren hatte, gaben den Betrachtern die Gelegenheit, einfach zu träumen, was mich wiederum beruhigte.”

“Meine Arbeit ist immer noch meine absolute Leidenschaft.” Und Lesbos ist meine Inspirationsquelle. Griechenland ist für sein sagenhaftes Licht berühmt, aber das Licht auf Lesbos ist wirklich außergewöhnlich! Ich habe beinahe alles in diesem überwältigenden Lichtschein fotografiert: die Häuser, die Leute, die Dörfer, das Meer und die Landschaft. Das sich ändernde Leben, festgehalten auf der Filmplatte und danach in meinen Büchern wiedergegeben. Ich vermute, dass die Tatsache, dass ich anders bin, mir geholfen hat, meine Qualitäten zu erkennen und sie als meine Rettung in dieser Welt zu nutzen. Ich habe auch viele andere Stellen dieser Erde fotografiert, immer und ausschließlich vom Licht geleitet.”

 

Führer

Mein nächstes Projekt ist ein Führer für lesbische Frauen, die nach Lesbos reisen. Viele Frauen kommen nach Eressos ohne jegliches historische Bewusstsein; sie wissen nur wenig über die jahrhundertealte Geschichte oder über die jüngste Vergangenheit oder gar wer Sappho war. Auch stellt sich die Frage, ob sie deren Gedichte gelesen haben. Lesbos ist nicht nur Eressos und in Eressos kann man nicht nur Feste feiern. Unsere Kultur und Traditionen sind sehr, sehr alt und ich hoffe, dass es Frauen interessieren wird, hierüber etwas mehr zu erfahren. Das Stückchen Erde, wohin sie so gerne zurückkehren, weil sie dort genauso sein können, wie sie sind.”

Mehr über Tzeli Hadjidimitriou

http://www.odoiporikon.com/
http://www.facebook.com/pages/Tzeli-Hadjidimitriou-Creative-Photography/278790908943?ref=ts
http://www.youtube.com/odoiporikon
http://www.flickr.com/photos/tzeli
http://en.wikipedia.org/wiki/Tzeli_Hadjidimitriou

 




 

Was gibt es noch in dieser Ausgabe?

Vorwort

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